Beurteilung von Altorientalen

Um alle Züchter und Preisrichter auf den selben Stand zu bringen, gibt der SV diese Hinweise zur Beurteilung von Altorientalen heraus.  Sie sollen eine Hilfe bei der Bewertung und Selektion unserer Rasse sein.

Gesamteindruck

Figürlich kleine, puppige und inn der Hinterpartie kurze Tiere sollte man herausstellen.

Rücken/Haltung

Die angehoben getragene Brust und der abfallende Rücken (ca. 45°) bedingen eine Aufrichtung die für jedes Tier anzustreben ist. Tiere mit dauerhaft waagerechter Körperhaltung sind entsprechend herabzustufen. Bei seltenen Farbschlägen sollte man hier Milde walten lassen.

Kappe

Ansatz zur Muschelhaube (Rosettenbildung) ist ein grober Fehler. Eine etwas tiefsitzende oder eine in der Spitze recht breite Haube bedingt einen Punktabzug (Wunsch).

Kehlwamme

Jedes Altorientalische Mövchen muss eine Kehlwamme zeigen. Alttiere zeigen oft eine deutlichere Wamme. Eine ausgeschnittene Kehle ist ein grober Fehler.

Kopf

Der Kopf zeigt sich nahezu ohne Stirn-Schnabel-Winkel. Tiere mit einem sehr kleinen oder gar keinen Stirn-Schnabel-Winkel zeigen eine bessere Aufzuchtleistung. Da die Aufzucht Hauptrassemerkmal ist, wollen wir so die Vitalität unserer Rasse fördern.  Ein Senkschnabel und Niedergesichtigkeit sind allerdings weiterhin grobe Fehler und abzulehnen. Wir brauchen mindestens eine gerade Schnabel-Stirn-Linie, um uns von kurzschnäbligen Orientalen zu differenzieren und Kreuzungstiere zu „entlarven“.

Fachbegriffe zum Kopfprofil

1 Stirn-Schnabel-Winkel: nahezu ohne Stirn Schnabel-Winkel, ein kleiner Winkel oder eine gerade    Schnabel-Stirn-Linie sind standardgerecht

2 Schnabellänge: mittellang, ein zu langer Schnabel wirkt grob, ein zu kurzer Schnabel widerspricht dem Bild eines mittelschnäbligen Mövchens

3 Schnabelschnitt: Der Schnabelschnitt soll durch das untere Drittel des Auges gehen.
 
4 Gesichtslänge: Ausreichende Gesichtslänge lässt den AOM-Kopf nicht zu rund werden

5 Stirnfülle: eine mäßig gewölbte Stirn adelt einen AOM Kopf. Die Stirnfülle und -breite ist ein wichtiges Hauptrassemerkmal, dass bei vielen Tieren noch ausgeprägter sein kann. Allerdings sind einige Spitzentiere der letzten Jahre auch schon an einer Obergrenze angekommen. Im Sinne einer zu vermeidenden Übertypisierung darf es nicht zu viel Stirnfülle / -breite werden.
 
6 Oberkopffülle: zu wenig Oberkopffülle kann zur Kopfplatte führen
 
7 Kappensitz: die Kappenspitze muss die Scheitellinie mindestens erreichen
 
8 Kamm: der Kamm soll gut geschlossen und möglichst ohne Kimmenbildung sein, die Festigkeit des Nackengefieders ist stark mauserabhängig und oft erst am Jahresende vollendet, was von den PR berücksichtigt werden sollte

A Stirnbreite: ausreichend Stirnbreite lässt den Kopf nicht spitz wirken

 

B seitliche Füllung: seitlich gut gefüllte Köpfe zeigen keinen Kniff

 

C  Kopfwinkel: ein Altorientalisches Mövchen sollte nicht zu spitz sein

Schnabelsitz

Der Schnabel darf nicht zu tief angesetzt sein und der Schnabel soll zwar senken, darf nicht stark senken. Wir haben einen „Senkschnabel“ wenn (lt. Standard) die Schnabelspitze nach unten gerichtet ist.  Das ist der Normalfall bei allen Tauben. Im Regelfall geht auch die gedachte Verlängerung des Schnabelschnittes durch das untere Drittel des Auges, nicht durch das Zentrum. Bei einem nicht senkenden (= gesteckten) Schnabel verläuft die Schnabellinie waagerecht und der Schnabelschnitt geht dann unter dem Auge durch. Je steiler beim Senkschnabel der Winkel einer gedachten Linie vom unteren Drittel des Auges (als Drehpunkt) bis zur Schnabelspitze wird, desto stärker senkt der Schnabel. Er wird auch immer steiler, je kürzer der Vorkopf wird.

 

Super Schnablsitz mit prima Gesichtslänge

Obwohl die Schabellinie korrekt durch das untere Drittel des Auges geht, senkt der Schnabel zu stark. Er ist auch reichlich kurz, Vorkopf zu kurz. All diese Punkte lassen ihn „zu tief“ sitzen und erinnert sehr stark an einen Kurzschnäbler.

Augenrand

Das Ausmaß der Abdeckung des Augenrandes (wenig abgedeckt) ist derzeit nicht von Relevanz.

 

Schwingen

Dauerhaft unter dem Schwanz hängende Flügel sind ein grober Fehler

Fußbefiederung

Altorientalische Mövchen sind bestrümpft, vollständig unbefiederte Zehenendglieder sind fehlerhaft, Ansatz zu Geierfedern oder Latschenbildung sind ein grober Fehler

Schwanz

Schwanz- und Schwingenfedern sollten verhältnismäßig kurz und breit sein. Die Schwingen sollten die Mitte des Schwanzspiegels mindestens erreichen, sonst muss man dem Tier mehr Kürze im Schwanz oder eine insgesamt kürzere Hinterpartie wünschen. 

Farbe und Zeichnung

Satinetten

Satinetten sind Tauben mit Anatolierscheckung, dh. mit weißem Körper und Schwingen sowie farbigen Schild und Schwanz

Schwingung

5 - 12 weiße Schwingen werden gefordert, Tiere mit 5 oder 6 weißen Schwingen zeigen ein standardgerechtes Spießen

Klappen

Die Farbe der Klappen ist derzeit nicht von Relevanz

Keilfarbe

Weiß im Keil auch, unter den langen Keilfedern ist zulässig. Ein komplett weißer Keil ist ein Zeichnungsmangel.

Schuppung

Eine deutliche Pfeilspitzzeichnung wird bei den Geschuppten gefordert, eine säumungsähnliche Zeichnung (wie bei den Kurzen Orientalischen Mövchen überwiegend anzutreffen, siehe unten) ist mindestens ein Wunsch. Dabei ist es von untergeordneter Bedeutung, ob das Flügelschild im Grund etwas heller oder farbiger ist. Etwas Rost in den Binden oder dem Schild sind mit Gefühl zu bewerten

Binden

getrennt und möglichst durchgehend, Bindensaum dem Farbschlag entsprechend und möglichst scharf begrenzt, möglichst rein weiß, etwas Rost ist milde zu bewerten

Schwanzspiegel

A   perfekte Schwanzzeichnung

B   leicht unterzeichnet ( V97 möglich)

C   unterzeichnet, aber weiß auf jeder Feder (hv96 möglich)

D   Spiegel gut abgegrenzt, Schwanzfeder weiß angelaufen (V97 möglich)

E   durchbrochener/ auslaufender Schwanzspiegel (Fehler aber kein grober Fehler)

F   fehlender Spiegel (grober Fehler)

Säumung

möglichst schmal und scharf begrenzt,

unterbrochene Säumungen sind fehlerhaft,

sehr breite oder verwaschene Säumungen sind je nach Farbschlag und Ausprägung mit Gefühl abzustufen,

der Schwanzsaum kann schmaler oder breiter sein, maßgebend ist der Schildsaum

Zeichnungsfehler

lt. Standard „Grobe Fehler“

F/G/H:    sehr viel Rost in Binden oder Schuppung

Lt. Standard „Grobe Farb- und Zeichnungsmängel“

A:            weiße Ortfeder                                                                

B:            weiße Schwanzfeder                                                       

C/E:        nicht putzbare Farbfelder

D:            Schnabelstip/angelaufener Oberschnabel

J + K:       eine oder mehrere Wechselschwingen

Lt. Standard „Ausschlußfehler“

I:             mehr als 1/3 bis komplett farbiges Auge bei Satinetten, auch „gebrochenes Auge“ genannt, meist bei farbigen Flecken im Augenumfeld

Blondinetten

Blondinetten sind einfarbige Tiere, Zeichnung entspricht der Satinetten, allerdings ohne Anatolierscheckung. Das Farbspiel entspricht dem der Altorientalischen Satinetten. Bisher sind nur Rot- und Gelbgesäumte Blondinetten anerkannt. Sie sollten einen Saum auf den Schildfedern zeigen. An sie kann man aber nie die gleichen Anforderungen wie an schwarzgesäumte stellen. Sie sind immer etwas verwaschener. Die Schwanzsäumung kann schmaler oder breiter sein. Die Farbausbreitung von Bauch, Brust und Hals darf variieren. Die zulässige Spannbreite reicht von einfarbig durchgefärbt bis zu stark aufgehellt mit einem dunklen Kopf (Siehe Fotos). Maßgebend ist der Schildsaum. Die Augenfarbe sollte bei den bisher anerkannten Farbschlägen orangerot sein. Da viele Tiere im Hintergrund braun sind, kann ein, durch diese Farbe erzeugtes helleres Auge auftreten, was bisher nicht zu strafen ist.